Dynamische Stromtarife

Erfahren Sie, wie dynamische Stromtarife funktionieren und wie Sie Ihr Einsparpotential berechnen

Dynamische Stromtarife sind eine neue Tarifform im Energiemarkt. Anders als bei klassischen Stromverträgen mit festem Arbeitspreis ändert sich bei einem dynamischen Tarif der Preis für Strom regelmäßig – oft stündlich oder sogar viertelstündlich. Dadurch können Verbraucher ihren Strom günstiger beziehen, wenn viel Energie im Netz verfügbar ist, müssen aber auch mit höheren Preisen in teuren Zeiten rechnen. Seit 2025 sind Stromanbieter in Deutschland verpflichtet, dynamische Tarife anzubieten, um die Energiewende zu unterstützen und den Stromverbrauch flexibler zu machen. Gerade bei Nutzung einer Smart-Home-Stuerung zur Lastverschiebung können sich dynamische Stromtarife auszahlen.

Was ist ein dynamischer Stromtarif?

Ein dynamischer Stromtarif ist ein Tarif, bei dem sich der Strompreis am aktuellen Börsenpreis orientiert. Der Preis schwankt im Tagesverlauf je nach Angebot und Nachfrage am Energiemarkt.

Typische Merkmale:

  • Preis ändert sich regelmäßig (z. B. jede Stunde)

  • Preis orientiert sich am Stromhandel an der Börse

  • günstiger Strom bei viel Wind- und Solarstrom

  • teurer Strom bei hoher Nachfrage oder wenig Erzeugung

Wenn viel erneuerbare Energie erzeugt wird, sinken die Preise oft deutlich. Bei wenig Wind oder hoher Nachfrage können sie dagegen steigen. Der Preis hängt also nicht nur davon ab, wie viel Strom verbraucht wird, sondern auch wann er verbraucht wird.

Wie setzt sich der Strompreis zusammen?

Auch bei dynamischen Tarifen besteht der Strompreis aus mehreren Bestandteilen. Nur ein Teil davon ist wirklich variabel.

Fixe Bestandteile:

  • Netzentgelte: ca. 9,3 ct/kWh
  • Abgaben und Umlagen: ca. 6,7 ct/kWh
  • Mehrwertsteuer: ca. 6 ct/kWh
  • Vertrieb und Marge des Anbieters: ca. 4 ct/kWh

    = Summe Fixkosten: ca. 26 ct/kWh

Variabler Bestandteil:

  • Strombeschaffung nach dem Börsenpreis: ca. 4–20 ct/kWh


Der Börsenpreis schwankt stark, die übrigen Kosten bleiben meist konstant. Deshalb wird der Strom nie komplett kostenlos, auch wenn der Börsenpreis sehr niedrig ist.

Wann ist Strom besonders günstig?

Mit einem dynamischen Tarif kann Strom zu bestimmten Zeiten deutlich günstiger sein.

Häufig günstige Zeiten:

  • nachts

  • mittags bei viel Solarstrom

  • bei starkem Wind

Teure Zeiten sind meist:

  • abends (durch allgemein höheren Verbrauch)

  • bei wenig Wind und wenig Sonne

  • im Winter bei hoher Nachfrage

Wer seinen Verbrauch in günstige Zeiten verschieben kann, kann deutlich sparen.

Jahresverlauf des Börsenstrompreises 2024

Datenquelle: Bundesnetzagentur | SMARD.de

Tagesverlauf des Börsenstrompreises

Datenquelle: Bundesnetzagentur | SMARD.de

Histogramm zum Börsenstrompreis 2024

Datenquelle: Bundesnetzagentur | SMARD.de

Für wen lohnt sich ein dynamischer Stromtarif?

Ein dynamischer Tarif lohnt sich vor allem für Haushalte, die ihren Stromverbrauch flexibel steuern können. Für nähere Informationen zu Lastverschiebung lesen Sie gerne unseren Beitrag unter Lastverschiebung.

Dynamische Stromtarife sind besonders geeignet für:

  • Haushalte mit Elektroauto

  • Haushalte mit Wärmepumpe

  • Haushalte mit Batteriespeicher

  • Haushalte mit Photovoltaik

  • Haushalte mit Smart-Home-Steuerung

Weniger geeignet für:

  • sehr geringer Stromverbrauch

  • kaum steuerbare Geräte

  • keine Möglichkeit zur Verbrauchsverschiebung

Wenn der Verbrauch immer zu teuren Zeiten stattfindet, kann ein dynamischer Tarif sogar teurer sein als ein normaler Tarif. 

Vorteile dynamischer Stromtarife

  • Möglichkeit, Strom günstiger zu nutzen

  • transparente Preise

  • Unterstützung der Energiewende

  • bessere Nutzung von erneuerbaren Energien

  • ideal für automatisierte Steuerung

Durch flexible Preise wird Strom dann genutzt, wenn er reichlich vorhanden ist. Das entlastet das Stromnetz und hilft beim Ausbau erneuerbarer Energien.

Nachteile und Risiken

  • Preise können stark schwanken

  • Risiko höherer Kosten bei falscher Nutzung

  • Smart Meter oft erforderlich

  • etwas mehr Aufwand für Planung

  • nicht für jeden Haushalt sinnvoll

Dynamische Tarife erfordern ein gewisses Verständnis und aktives Verhalten, damit sie wirklich günstiger sind.

Welche Technik wird benötigt?

Damit ein dynamischer Tarif korrekt abgerechnet werden kann, muss der Stromverbrauch zeitgenau gemessen werden. Dafür wird in der Regel ein Smart Meter (intelligentes Messsystem) benötigt.

Typische Voraussetzungen:

  • Smart Meter / intelligenter Stromzähler

  • Internetverbindung des Messsystems

  • ggf. App oder Energiemanagement-System

  • optional: steuerbare Geräte (Wallbox, Wärmepumpe, Speicher)

Das Smart Meter überträgt den Verbrauch automatisch, damit jede Stunde korrekt abgerechnet werden kann.

Warum gibt es dynamische Stromtarife?

Dynamische Tarife sind ein wichtiger Teil der Energiewende.

Gründe dafür:

  • Strom aus Wind und Sonne schwankt stark

  • Verbrauch soll besser angepasst werden

  • Stromnetze sollen entlastet werden

  • erneuerbare Energie soll besser genutzt werden

Wenn Verbraucher ihren Stromverbrauch anpassen, muss weniger Strom teuer produziert oder importiert werden.

Warum eine individuelle Auswertung sinnvoll ist

Ob sich ein dynamischer Stromtarif wirklich lohnt, hängt stark vom individuellen Stromverbrauch und vom persönlichen Nutzungsverhalten ab. Anders als bei klassischen Stromtarifen mit festem Preis pro Kilowattstunde schwanken die Kosten bei dynamischen Tarifen je nach Tageszeit und Marktsituation. Deshalb kann nur anhand einer konkreten Auswertung des eigenen Verbrauchs zuverlässig beurteilt werden, ob Einsparungen möglich sind oder ob im ungünstigen Fall sogar höhere Kosten entstehen.

Der größte Einflussfaktor ist, wann der Strom verbraucht wird. Haushalte mit flexiblen Verbrauchern wie zum Beispiel Wärmepumpe, Elektroauto, Batteriespeicher oder steuerbare Haushaltsgeräte können ihren Strom gezielt in günstige Stunden verlegen. Wer dagegen hauptsächlich abends oder zu Zeiten mit hoher Nachfrage Strom benötigt, ohne das der Verbrauch zeitlich verschoben werden kann, zahlt bei einem dynamischen Tarif häufig höhere Preise. Der finanzielle Nutzen dynamischer Stromtarife hängt daher stark vom individuellen Energienutzungsverhalten ab.

Durch eine von uns durchgeführte Auswertung können wir realistisch berechnen,

  • wie sich Ihr Stromverbrauch über den Tag verteilt

  • wie Energienutzung und Börsenstrompreis zeitlich zusammenhängen 

  • inwieweit eine Lastverschiebung durch ein installiertes Energiemanagementsystem vorteilhaft ist

  • wie hoch die Kosten mit einem dynamischen Stromtarif sind

  • ob und wie viel Einsparung gegenüber einem Festpreistarif möglich ist

  • ob ein Risiko höherer Kosten besteht

Auf dieser Grundlage lässt sich eine fundierte Entscheidung treffen, die zu Ihrem Haushalt, Ihrer Technik und Ihrem Nutzungsverhalten passt. Genau deshalb empfehlen wir, vor einem Tarifwechsel immer eine individuelle Analyse durchführen zu lassen.